Als Linux-Nutzer ist man wahrlich nicht mit einer großen Auswahl an brauchbaren Twitter-Clients gesegnet, um nicht zu sagen dass die meisten der zur Verfügung stehenden Programme völliger Käse sind (was nämlich absolut der Fall ist). Ohne im KDE-Sektor viel recherchiert zu haben, was GTK-Apps angeht war die Lage so übel, dass ich noch immer Thwirl genutzt habe zwischenzeitlich sogar angefangen hatte, selbst was mit PyGTK anzukurbeln.

Pino Twitter-Client

Doch dann las ich gestern abend einen Tweet von @Herr_Gabriel, wo ein ein Client namens pino-twitter angepriesen wird und siehe da: dieses Pino ist ein richtig tolles Tool. Schlank ohne beschränkt zu sein, extrem flott, übersichtliches Interface, fügt sich perfekt in Gnome ein (Stichwort Notifications) … eigentlich genau das, was ich immer gesucht habe. Ein eingebauter URL-Shortener oder sowas wäre gegebenenfalls noch nett, aber sonst? Keine Klagen weit und breit. Fazit: Pino rockt.

Es gibt so manches CMS, das nötigt einen zur Eingabe von Code (PHP, HTML, was auch immer) in Textareas – ohne Syntaxhighlighting, ohne Auto-Einrückung, ohne Klammern. Und das kann einem schon gewaltig auf den Senkel gehen. Abhilfe schafft die Firefox-Extension It’s All Text, die eine Brücke zwischen Textarea und einem auf dem System installierten Editor darstellt. Einfach die Erweiterung installieren, Rechtsklick in die Textarea und über It’s All Text im Kontextmenü den Texteara-Inhalt im Editor der Wahl öffnen.

It's all Text - PHP aus der Textarea editieren

Speichert man seine Änderungen im Editor, übernimmt der Firefox dessen Inhalt postwendend für die Textarea. Das ist ganz großer Addon-Sport, der mir wohl schon so manches Zähneknirschen erspart hat. Empfehlung!

Es gibt eine neue Version (0.7) meines Zitierplugins für WordPress. Die fünf kleinen Änderungen am Plugin selbst sind wahrscheinlich weniger interessant als die neue Heimat des Plugins auf Github. Dort werde ich einerseits endlich ein zentrales Endlager für all meine WP-Plugins und laufende projekte haben –kleine Codeschnipsel landen weiterhin im Wiki. Aber vor allem macht es Github einfacher, an meinen Projekten mitzubasteln. In der letzten Ausgabe der Links habe ich ja bereits auf dieses Video über Git und Github verwiesen. Wer das Video nicht gesehen hat oder Git nicht kennt, fragt sich jetzt vielleicht, wie genau das funktioniert und wozu das gut sein soll.

Das Logo von Github

Github ist sowas wie StudiVZ für Programmierer, bei dem man statt peinlicher Fotos Sourcecode ins Netz stellt und nicht gruschelt, sondern sich gegenseitig die Projekte forkt. Rückgrat von Github ist das Versionsverwaltungssystem Git. Git wurde vom Linux-Schöpfer Linus Torvalds in die Welt gesetzt, der konsquenterweise die Nutzer von anderen solchen Systemen pauschal für stupid and ugly erklärt. Das ändert freilich nichts an der Tatsache, dass Git ein recht komplexes Tool ist – und hier greift Github mit seiner schicken Weboberfläche helfend ein … aber zuerst noch ein paar Git-Basics.

Git funktioniert in etwa so: Es gibt ein Projekt X, an dessen Dateien mehrere Personen arbeiten wollen. Git stellt die Technik zu Verfügung, mit der alle Beteiligten untereinander die Dateien synchronisieren und eventuell auftauchende Konflike (Personen A und B verändern zeitgleich die gleiche Datei) beseitigen können. Wenn eine neue Person in die Entwicklung einsteigen möchte, muss sich diese nur am Code eines der anderen Beteiligten bedienen. Weil es keinen zentralen Server gibt, haben alle Beteiligten quasi wie ihre eigenen kleinen Spezialversionen des Projekts – das lässt Chaos vermuten, aber wenn sich die Beiteiligten darauf einigen können, welche Teile der Entwicklung am Ende zusammen das Ganze ergeben, wen interessiert, wie viele Sub-Versionen es gibt? Bei Bedarf synchronisiert man sich eben wieder. Auch als Solokünstler kann man Git gebrauchen, denn so hat man stets alle Änderungen an seinem Projekt versioniert und kann auch bequem mehrere Entwicklungszweige gleichzeitig pflegen und bei Bedarf zusammenführen.

Github macht diesen ganzen nerdigen Krempel (von dem man natürlich nicht alle Funktionen zu nutzen braucht) bunt und webzwonullig. Wer sich bei Github einen Account zulegt und glaubt, etwas an einem Projekt verbessern zu können (oder einfach ein wenig daran herumspielen will), surft die Projektseite an und klickt auf den Fork-Button. Github legt einem dann ein neues Projekt an, kopiert die Daten aus dem Quellprojekt da hinein und zack – schon hat man seine eigene Subversion des Zitier-Plugins. Diese kann man sich dann via Git auf den heimischen Rechner holen und daran herumbasteln. Wenn man meint, etwas Gutes erreicht zu haben, schiebt man (wieder via Git) die neue Version zurück in seinen Github-Account.

Richtig interessant wird es, wenn man die Eigenentwicklungen in das Urspungsprojekt einfließen lassen möchte. In dem Fall kann man in Github eine entsprechende Anfrage an den Entwickler absetzen, der sich die Änderungen ansehen und sie in das Projekt holen kann. Und wenn das alles für Projekte wie Ruby on Rails, das Blueprint-Framework und Mootools zu funktionieren scheint, muss was dran sein. Also ergeht hiermit die Aufforderung an alle Nerds: Forkt mich!

Infos für den Einsteig bietet

P.S.: Github kann man statt für Open-Source-Kollektivismus auch für hochkommerzielle Geheimprojekte einsetzen, die nicht öffentlich zugänglich sind. Das kostet zwar, aber nicht viel.

Das Jetpack-Logo

Man stelle sich vor, man könne Erweiterungen für den Firefox schreiben, ohne für eine einfache Funktion gefühlte 70 Dateien anzulegen und dieser in einer komplizierten Ordnerstruktur zu sortieren. Man müsste auch nicht mehr den Browser andauernd neu starten um eine Erweiterung zu installieren oder zu aktualisieren. Stattdessen würde man nur HTML, CSS und Javascript schreiben, könne dabei auf jQuery zurückgreifen und zum Debuggen Firebug verwenden. Klingt gut? Jetpack aus den Mozilla Labs scheint genau sowas zu werden.

Finde ich sehr überzeugend. So könnte jeder, der HTML, CSS und Javascript drauf hat, zwischendurch mal in der Mittagspause eine neue Browserfunktion zusammenkloppen. Natürlich ist das im Moment nur experimentell und noch lange nicht nicht fertig.

« Neuere Artikel  ·  Ältere Artikel »

Hallo!

Dies ist das Blog von Peter Kröner, Webworker aus der Nähe von Osnabrück. Hier geht es um alles rund um Webdesign und Webentwicklung.

Kauft mein Buch!

Das HTML5-Buch
Bei Amazon kaufen

Mehr Infos auf html5-buch.de/

Unterstützt mein Blog!

Wenn dir gefällt was du hier liest, wirf einen Blick auf Flattr und klick‘ die kleinen orangenen Buttons unter den Artikeln an!

Neue Kommentare

Klaus

Zitat Michael ↑: Zitat Klaus ↑: Solche Aussagen sind es die Tür und Tor öffnen für Lohndumping. Man läuft bei allzu flexiblen (vorallem nach unten) Gehaltsvorstellungen Gefahr, dass...

Robert

Da saß ich wirklich verwundert vor der Mashi-Seite, und habe mich gefragt was der Shit soll, bis mir aufgefallen ist, dass das ganze im FF4b nicht läuft, im FF3.6 hingegen...

Axel

Er hat in dem Video fast wörtwörtlich behauptet, dass “Threads in Java eine schlechte Idee waren”. Wie soll man das sonst interpretieren? Das mit den NaNs hat er in...

Axel

Jetzt behauptet er auch noch, dass Threads in Java eine schlecht Idee waren und man sowieso alles mit einem Event Loop ersetzen kann. Der sollte mal dringend über seinen...

Axel

Klar, aber ich habe das Gefühl, er sollte mal bissel zurückschrauben mit seinem Ego. Bei HTML5 hat er übrigens sehr gute Punkte vorgebracht. Aber jetzt ist das Kind eh schon in den...