Als Linux-Nutzer ist man wahrlich nicht mit einer großen Auswahl an brauchbaren Twitter-Clients gesegnet, um nicht zu sagen dass die meisten der zur Verfügung stehenden Programme völliger Käse sind (was nämlich absolut der Fall ist). Ohne im KDE-Sektor viel recherchiert zu haben, was GTK-Apps angeht war die Lage so übel, dass ich noch immer Thwirl genutzt habe zwischenzeitlich sogar angefangen hatte, selbst was mit PyGTK anzukurbeln.

Pino Twitter-Client

Doch dann las ich gestern abend einen Tweet von @Herr_Gabriel, wo ein ein Client namens pino-twitter angepriesen wird und siehe da: dieses Pino ist ein richtig tolles Tool. Schlank ohne beschränkt zu sein, extrem flott, übersichtliches Interface, fügt sich perfekt in Gnome ein (Stichwort Notifications) … eigentlich genau das, was ich immer gesucht habe. Ein eingebauter URL-Shortener oder sowas wäre gegebenenfalls noch nett, aber sonst? Keine Klagen weit und breit. Fazit: Pino rockt.

Es gibt so manches CMS, das nötigt einen zur Eingabe von Code (PHP, HTML, was auch immer) in Textareas – ohne Syntaxhighlighting, ohne Auto-Einrückung, ohne Klammern. Und das kann einem schon gewaltig auf den Senkel gehen. Abhilfe schafft die Firefox-Extension It’s All Text, die eine Brücke zwischen Textarea und einem auf dem System installierten Editor darstellt. Einfach die Erweiterung installieren, Rechtsklick in die Textarea und über It’s All Text im Kontextmenü den Texteara-Inhalt im Editor der Wahl öffnen.

It's all Text - PHP aus der Textarea editieren

Speichert man seine Änderungen im Editor, übernimmt der Firefox dessen Inhalt postwendend für die Textarea. Das ist ganz großer Addon-Sport, der mir wohl schon so manches Zähneknirschen erspart hat. Empfehlung!

Gnomische Koalas

31. Oktober 2009, 16:59 Uhr 15 Kommentare · Schreiben

Das Ubuntu-Logo

„Karmic Koala“ heißt die neue Version der benutzerfreundlichen Linux-Distribution Ubuntu. Ich würde üblicherweise an dieser Stelle jetzt die zahlreichen Verbesserungen lobpreisen, aber da ich mit diesem Versionssprung auch meine Desktopumgebung gewechselt habe, kann ich nicht so recht beurteilen, was dem Wechsel und was dem neuen Dekstop geschuldet ist. Wer genaueres über die Neuerungen und Verbesserungen wissen möchte, sollte dieses Review von derStandard.at konsultieren.

Der Grund für den Wechsel zu Gnome war ganz einfach, dass ich mal wieder schauen wollte, wie es denn um die vielen ineinander verzahnten Komponenten von Gnome so steht – und das sieht soweit ganz gut aus. Besser jedenfalls als bei Xfce. Allerdings gibt es auch einen ganze Satz Bolzen im System:

  • Der neue Standard-Messanger Empathy ist in seinem derzeitigen Zustand ein Griff ins Klo. Man kann zwar erahnen, dass das dereinst ein sehr schönes, schlankes Tool werden wird, aber etwas, das als Standard-Programm eingesetzt wird, sollte zumindest in Lage sein, Umlaute zu verschicken ohne über irgendwelchen Encoding-Krempel zu jammern. Zum Glück ist in Nullkommanichts das altbewährte und grundsolide Pidgin installiert.
    Fail-Rating: ★★★★★
  • Die ohnehin schon viel kritisierte Notification-Funktion, die Ubuntu einst so dreist von OSX stahl, überrascht mich durch ihre Nutzlosigkeit. Es spielen nicht alle Programme mit (Skype, Thwirl) und jene die mitspielen, verbreiten darüber meist nur nutzlosen Spam. Und wieso kann ich da nirgends etwas konfigurieren? Sie auf einen anderen Monitor ordern? Oder es zumindest abstellen?
    Fail-Rating: ★★★✩✩
  • Es gibt ein Panel-Applet das alle IMs und Mail-Infos zusammenfasst. Prima! Aber warum kann ich da nirgends Empathy rauswerfen? Warum minimiert sich Empathy in dieses Icon, Pidgin nicht (obwohl es darin auftaucht) und Evolution minimiert sich ohne Alltray-Nachhilfe überhaupt nicht ins Mini-Format? Eine gute Idee, aber die Ausführung…
    Fail-Rating: ★★★✩✩

Summa Summarum ist mein Eindruck von Karmic Koala (als Xfce-Umsteiger): Nett, aber mit einigem halbgarem Gerümpel (Empathy, Notifications) gesegnet. Vielleicht wird aus den derzeitigen Fail-Kandidaten auch noch mal was anständiges – und bis dahin kann man sie ja ignorieren. Nach dreitätiger Fummelei und Eingewöhnungszeit fühle ich mich wieder richtig heimisch.

Mein Desktop

Und der obligatorische Aptana-Workaround für diese Ubuntu-Version ist für den Fall, dass man einige Buttons im Programm nicht anklicken kann. Dieses Startscript schafft Abhilfe:

#!/bin/bash
export GDK_NATIVE_WINDOWS=true
"/pfad/zu/aptana/AptanaStudio"

Auch kann man auch weiterhin das alte PHP-Plugin von Aptana verwenden und muss sich nicht mit den neuen und überaus ranzigen PDT rumschlagen. Einfach in den Preferences unter Web Aptana PHP Update Site aktivieren und dann über Help → Install New Software installieren. Eine Schande mit welcher Zielstrebigkeit die Aptana-Leute ihre einst supergute IDE zugrunde richten …

Das Typekit-Logo

Björn Seibert war so nett, mir ein Typekit-Invite zuzuschanzen, so dass ich den Hoffnungsträger in Sachen Webtypografie auch einmal ausprobieren konnte. Typekit lässt den von der Schriftarmut im WWW genervten Webdesigner ein Set aus edlen Schriften zusammenstellen, die dann mit zwei Zeilen Javascript auf der Ziel-Website eingebunden werden können. Danach genießt man dank @font-face, das viele Browser ja in der einen oder anderen Variante unterstützen, ungekannte Schriftvielfalt im Browser. So ist das jedenfalls gedacht. Mein Review in aller Kürze:

  • Der Dienst hat ein ausgesprochen angenehmes Interface, wären da nicht die Tatsache, dass der Kit Editor in einem neuen Fenster öffnet.
  • Die Schriftauswahl in der Trial-Version ist überschaubar, aber das ist vermutlich weniger ein Problem als ein Feature (die volle Auswahl kostet $49,99 im Jahr, eine erweiterte Auswahl $24,99).
  • Die Performance fand ich überraschend ok.

Das Hauptproblem ist meines Erachtens, dass man, sofern man nicht monströse Schriftgrade sportet, unter Windows an den neuen Schriften relativ wenig Freude hat, weil das Schriftrendering dort so seine eigenen Gesetze hat. Das Ganze wäre also weniger für Fließtext als für Überschriften zu gebrauchen. Und für aufgepimpte Headlines, die nicht in allen Browsern funktionieren und bei den bemitleidenswerten Windows-Nutzern wohl eher mittelprächtig aussehen $49,99 auf den Tisch legen … ich weiß nicht, ob ich Sifr, Cufon und Konsorten wirklich so schlimm finde.

Vier Invites hätte ich noch zu vergeben. Wer will?

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Hinweis

Dieses Blog läuft noch bis März im Sparmodus! Alle Einzelheiten sind in diesem Posting nachzulesen.

Empfehlung des Tages

The Survey, 2009

Neue Kommentare

nemoinho

Es sollte wohl “Respekt an den Autoren dieses Hacks, dessen Blogpost ich beim googlen zu einem ganz anderen Thema gefunden habe.”

Samisdat

THX für den Google Video Link! Den kannte ich noch nicht und gucke es gerade. Der Typ stottert sich zwar durch dir Präsi, aber man merkt ihm sein Wissen deutlich an. Und wissen,...

Jappa

Aha. Und wie soll das 2010 gehen, weil: Internet Explorer 5 Internet Explorer 5.5 Internet Explorer 6 Internet Explorer 7 Internet Explorer 8 { border-break : sBreak } border-break...

andi

ich habe aptana 2.0, da funktioniert es nicht.

Thomas

Wie weit sind denn die Standartisierungsverfahren und vor allem ab welchen Versionen ist CSS3 einsetzbar. Ich stimme dir jedoch zu. Letztlich zeigen die Bemühungen von Google, dass...